Kein Bauchgefühl
Ein Verfahren
Fünf Stationen, ein Ablauf: richtig suchen, Vertrauen prüfen, Fälschung erkennen, die Maschine brauchbar fragen, das Ergebnis verantworten. Du kannst überall einsteigen — der Notfallkoffer sagt dir, wo.
therapie
statt Meinung
Was ist passiert?
Beschreibe die Situation, nicht das Thema. Du bekommst eine Diagnose, drei Handgriffe und die Station, die dazugehört.
Warum das hier nötig ist
- Suchmaschinen zeigen Indizes, nicht die Welt.
- „Stimmt das?“ ist zu groß. „Wie vertrauenswürdig?“ ist beantwortbar.
- Fälschungen erkennt man am Kanal, nicht nur am Pixel.
- Ein schlechter Prompt ist eine unklare Frage — das Problem sitzt davor.
- Die KI liefert Text. Die Verantwortung liefert sie nicht mit.
Fünf Stationen
Das Regal daneben
Jede Station endet irgendwann im Netz. Diese Suchen laufen in der Bibliothekssuche — Relevanzsortierung, neuer Tab.
Rechercheberatung
Festgefahren? Die Beratung läuft schriftlich, kostet nichts und braucht einen gültigen Bibliotheksausweis.
Teaching Library
Die fünf Stationen funktionieren als Workshop-Ablauf: pro Station 20 Minuten, dazwischen ein echter Fall aus der Klasse.
Eine Datei
Alles steckt in diesem Dokument: Texte, Werkzeuge, Skripte. Kein Server, keine Bibliothek von außen, kein Tracking.
Du suchst nicht
im Netz
Im Index
Eine Suchmaschine zeigt, was ihr Crawler gefunden und behalten hat. Was nicht drin ist, existiert für sie nicht. Wer das weiß, sucht anders — mit Operatoren, mit zweiten Meinungen, und irgendwann außerhalb des WWW.
dann die
Tastatur
Zwei Modi
Website-Suche
Du kennst das Ziel — ein bestimmtes PDF, die offizielle Seite, ein Formular. Das Ende der Suche ist von vornherein klar. Hier gewinnen Operatoren, nicht Formulierungskunst.
site:grenzt auf eine Domain einfiletype:pdffiltert das Format"genaue Wortfolge"erzwingt exakt-ausschlusswirft Störer raus
Informationssuche
Nadel im Heuhaufen — nur wird die Nadel erst im Verlauf schärfer. Breit anfangen, aus den ersten Treffern die Fachbegriffe klauen, damit neu suchen. Zwei bis drei Runden sind normal, nicht peinlich.
- Synonyme, Fachbegriffe, Englisch testen
- Zeitraum eingrenzen bei aktuellen Themen
- KI-Antwortfelder als Orientierung, nie als Beleg
Was die Maschine sieht
Suchmaschinen bauen eigene Indizes. Gefunden wird nur, was gecrawlt und indexiert wurde.
robots.txtsteuert das Crawlingnoindexverhindert die Aufnahme- Logins, Paywalls und geschlossene Plattformen bleiben draußen
Suchzeile bauen
Chips klicken hängt Operatoren an. Dann eine Maschine wählen — die Zeile geht in neuem Tab auf. Vergleiche ruhig zwei Maschinen mit derselben Zeile; unterschiedliche Indizes, unterschiedliche Trefferlisten.
Wildcards greifen je nach Maschine nur auf Subdomain-Ebene (z. B. *.uni-hamburg.de).
Runde 1 breit („zero trust erklärung“) → Begriffe übernehmen → Runde 2 eng. Zeitfilter der Maschine zusätzlich nutzen.
Nicht nur eine Maschine
Mehrere Indizes koppeln
Bessere Abdeckung, andere Sortierung, zusätzliche Quellen. Grenze: die angezapften APIs drosseln.
Wirklich andere Ergebnisse
Nur wer selbst crawlt, liefert eine echte zweite Liste — der Rest reicht meist Bing oder Google durch.
Andere Geschäftsmodelle
Wer nicht mit Werbung finanziert wird, sortiert nach anderen Interessen. Das ist ein Argument, kein Gütesiegel.
Zusammenfassung ist kein Beleg
Dienste wie Perplexity liefern fertige Antworten mit Quellenliste. Die Liste ist der interessante Teil — öffnen und lesen.
Bild plus Text
Foto aufnehmen und die Anfrage sprachlich verschieben: „so ähnlich, aber in grün“, „mit USB-C“. Nützlich, wenn dir der Suchbegriff fehlt.
Frühere Stände
Seite gelöscht oder still geändert? Die Wayback Machine zeigt ältere Fassungen — zentral für Zitate und Quellenprüfung.
Wo Google gar nicht hinkommt
Kataloge & Datenbanken
Erschlossene Bestände statt gecrawlter Seiten — mit Schlagwörtern, die jemand vergeben hat.
Offene Nachweissysteme
Publikationen, Zitationen, Volltexte — offen und ohne Werbelogik sortiert.
Deep Web ≠ Dark Web
Deep Web: alles Nichtindexierte — Logins, Paywalls, Formularergebnisse, Datenbanken, private Clouds. Der weitaus größte Teil.
Dark Web: eine kleine Teilmenge, nur mit spezieller Software erreichbar. Nicht per se illegal, aber risikobehaftet.
Sechs Zeilen zum Mitnehmen
1. Absicht klären: Website finden ODER Information verstehen.
2. Iterativ suchen: breit starten, Fachbegriffe aus Treffern übernehmen, neu suchen.
3. Operatoren: site: filetype: "exakt" -ausschluss OR ; Zeitraum und Region eingrenzen.
4. Zweite Maschine mit derselben Zeile gegenprüfen (anderer Index = andere Liste).
5. Quelle bewerten: Autor:in, Datum, Originalquelle, Interessenkonflikt.
6. KI-Antwort ist Orientierung — Quellen öffnen und Kernaussagen verifizieren.Grundlage: eigene Materialsammlung zur Websuche; Hinweise zu Crawling und Indexierung nach der Dokumentation von Google for Developers.
Nicht wahr oder falsch
Sondern wie weit
Ein Faktencheck braucht Zeit, Fachleute und einen prüfbaren Sachverhalt. Trust-Checking braucht fünf Minuten und fünf Kriterien. Es liefert kein Urteil, sondern eine begründete Einschätzung — und macht sichtbar, worauf sie beruht.
statt
urteilen
Drei Zeitpunkte
Prebunking wirkt vorher: Muster von Manipulation kennen. Trust-Checking wirkt im Moment des Lesens. Faktencheck wirkt danach, gründlich und arbeitsteilig.
Die drei ersetzen einander nicht. Trust-Checking ist das, was du selbst in der Hand hast.
Die Ampel
Jedes Kriterium bekommt rot, gelb oder grün. Die Kombination ergibt die Einschätzung — nie ein einzelner Punkt.
Graustufen sind kein Versagen der Methode, sondern ihr Ergebnis. Wer allein urteilt, urteilt schneller falsch: im Team diskutieren.
Die fünf Kriterien
Nimm einen Beitrag, der dir heute begegnet ist, und bewerte ihn Kriterium für Kriterium. Unten läuft die Gesamteinschätzung mit.
Quelle
- Wird offengelegt, wer schreibt? Ist Expertise erkennbar?
- Sind die Recherchen nachvollziehbar beschrieben?
- Gibt es Impressum und Kontaktweg?
Inhalt
- Sachlich formuliert oder auf Empörung gebaut?
- Deckt die Überschrift, was im Text steht?
- Kommt mehr als eine Perspektive vor?
Zitat
- Sind Zitate zuordenbar und korrekt wiedergegeben?
- Wurde sinnentstellend gekürzt?
- Sprechen fachkundige Personen in klarer Rolle?
Bild / Video
- Passt das Material zum behaupteten Kontext?
- Original oder bearbeitet — was sagt die Rückwärtssuche?
- Sind Ort, Datum, Aufnahmeumstände plausibel?
Medium / Auftritt
- Sind Verantwortliche benannt?
- Ist Unabhängigkeit erkennbar — oder wer finanziert?
- Wirken die Inhalte insgesamt konsistent?
Fünf Kriterien, drei Stufen. Die Einschätzung erscheint, sobald du das erste Urteil gesetzt hast.
Was die Methode kann — und was nicht
Alltagstauglich
- In wenigen Minuten anwendbar, auch im Unterricht
- Fördert Nachrichten- und Ambiguitätskompetenz
- Verträgt sich mit Prebunking und Faktenchecks
- Macht das eigene Urteil begründbar statt nur behauptbar
Kein Wahrheitsautomat
- Liefert kein „wahr/falsch“ — wer das erwartet, ist enttäuscht
- Eine seriöse Quelle kann sich trotzdem irren
- Bei KI-Material zusätzlich Quelle, Kanal und Metadaten prüfen
- Allein bewerten heißt: eigene Vorlieben mitbewerten
Zum Weiterarbeiten
Externe Links öffnen in neuem Tab. Anbieter und Impressum prüfen — das ist Kriterium 5, auch hier.
Grundlage: Lensen, A. (2025, 9. September). Vertrauen prüfen — Trust-Checking als Methode gegen Desinformation. Bundeszentrale für politische Bildung. bpb.de ↗ · Methode entwickelt von codetekt.
Die Fälschung
ist gut
der Anruf besser
Pixel und Frequenzen werden Jahr für Jahr sauberer. Der Kanal nicht. Deshalb steht am Ende jeder Prüfung derselbe Handgriff: Rückruf auf einem Weg, den du selbst kennst — nicht auf dem, über den die Nachricht kam.
schlägt
Detektor
Er braucht Dringlichkeit und Autorität: Vorgesetzte oder Familie, kurz vor Feierabend, „sofort“ und „bitte niemandem sagen“. Wer beides zusammen hört, hat den wichtigsten Befund schon.
Hör hin, schau zweimal
Hör genau hin
- Atmer und Pausen: Klone sind oft zu sauber, die Atmung zu gleichmäßig.
- Prosodie: Betonung und Timbre kippen an Satzenden.
- Artefakte: digitale Restsignale, leicht metallischer Nachklang.
- Stimmbiometrie: Abgleich gegen einen echten Stimmabdruck.
Handgriff: Kopfhörer aufsetzen, Grundrauschen prüfen, Pausenlängen zählen.
Schau zweimal hin
- Mimik und Lippen: Blinzelrhythmus, Mundformen, Mikroausdrücke.
- Kanten: Haaransatz, Zähne, Brillenränder, Ohrübergänge.
- Licht: Schattenrichtung und Reflexionen, die nicht zusammenpassen.
- Frames: Einzelbild oder Zeitlupe zeigt, was 25 Bilder pro Sekunde verstecken.
Handgriff: auf 200–400 % zoomen, Bild für Bild durchgehen.
Kontext & Metadaten
- Datei-Metadaten fehlen ganz oder wirken inkonsistent.
- Gibt es die Aussage bei verlässlichen Kanälen auch?
- Content Credentials (C2PA) oder Signatur vorhanden?
- Passen Zeitstempel und Umgebung zur Behauptung?
Bleib skeptisch
- Unlogische Details, ungewöhnliche Wortwahl?
- „Sofort überweisen“, „geheim halten“ — rote Flaggen.
- Passen Füllwörter, Tempo, Lachen zur Person?
- Rückkanal: Rückruf oder Live-Video auf bekanntem Weg.
Detektoren
Kein Werkzeug entscheidet allein. Mehrere Ergebnisse kombinieren, und immer zusätzlich Quelle und Metadaten prüfen. Die Liste ist ein Stand, kein Dauerzustand — dieses Feld dreht sich schnell.
| Werkzeug | Fokus | Stärke |
|---|---|---|
| Fraunhofer „Deepfake Total“ ↗ | Audio (Dateien, YouTube) | Öffentlich zugänglich, sofort nutzbar |
| Pindrop Pulse ↗ | Voice-Liveness | Echtzeit, Finanzwesen und Call-Center |
| Sensity AI ↗ | Audio & Video | Multimodale Analyse über Web und API |
| Reality Defender ↗ | Audio, Bild, Video, Text | Behörden und Unternehmen, laufende Updates |
| Noise-Coded Illumination ↗ | Video (Forschung) | Lichtbasiertes Wasserzeichen, robust gegen Kompression |
| Vastav AI ↗ | Audio, Bild, Video | Heatmaps plus Metadatenanalyse |
| GetReal Labs ↗ | Live-Videocalls | Forensik in Echtzeit gegen Betrug in Meetings |
Sieben Handgriffe
- Klang prüfen: Atmer, Pausen, Artefakte, verdächtig sauberer Sound.
- Plausibilität: Passen Inhalt, Zeitpunkt und Tonfall zu dieser Person?
- Kanal verifizieren: zweiter, selbst gewählter Kontaktweg — Rückruf, nicht Rückantwort.
- Dringlichkeit hinterfragen: Druck plus Geheimhaltung ist der Befund.
- Quelle und Metadaten: Originalpost, Dateiinfos, Signaturen.
- Detektor gegenprüfen: mindestens ein Werkzeug, besser zwei.
- Vier-Augen-Prinzip: bei Geld und IT-Rechten immer eine zweite Freigabe.
Codewort
Vereinbart in Familie und Team ein Wort für sensible Freigaben — vorab, mündlich, kanalunabhängig. Es kostet nichts und hebelt den gesamten Aufwand einer Stimmfälschung aus.
Deepfake
Mit KI manipuliertes Audio, Video oder Bild, das echt wirken soll.
Voice-Cloning
Nachbildung einer Stimme aus Beispielaufnahmen — heute reichen Sekunden.
Content Credentials / C2PA
Standard, der Herkunft und Bearbeitungsschritte einer Datei nachweisbar macht.
Werkzeugliste: Stand der eigenen Recherche, laufend prüfungsbedürftig. Kein Detektor ersetzt den Rückruf.
Ein schlechter Prompt
ist eine
unklare Frage
Die Maschine rät nicht, was du meinst — sie füllt Lücken mit Wahrscheinlichkeiten. Wer Rolle, Kontext, Aufgabe und Vorgaben angibt, bekommt weniger Überraschungen. Das Nachdenken bleibt trotzdem bei dir; es rutscht nur nach vorn.
Kontext
Vorgaben
Sechs Bausteine
- Rolle · Stil · Verhalten
- Kontext · Aufgabe · Vorgaben
Was einen Prompt trägt
- Präzise formulieren, starke Verben und Operatoren
- Keine doppelten Verneinungen, keine Schachtelsätze
- Konkrete Angaben: Ziel, Umfang, Format, Publikum
- Kontext und Beispiele mitliefern, statt sie vorauszusetzen
- Am Ende Rückfragen einfordern — das deckt fehlende Angaben auf
Grundgerüst
Rolle & Stil: Du bist <Rolle> und kommunizierst <Stil>.
Verhalten: <erklärend | prüfend | korrigierend | planend>.
Kontext: Ich arbeite zu <Thema> für <Ziel/Publikum>.
Aufgabe: <konkrete Aufgabe>.
Vorgaben: Länge <x>, Format <Stichpunkte/Absatz/Tabelle>,
Beispiele <Anzahl>, Kriterien <Rubrik/Schwerpunkt>.
Ergebnisprüfung: Frag am Ende, welche Angaben fehlen,
und stell mir zwei Rückfragen.Schwach und besser
„Kannst du mir eine Rechenaufgabe geben, aber bitte ohne Lösung?“ — Thema und Niveau fehlen, die Bedingung ist doppelt verpackt.
„Erstelle fünf lineare Gleichungen auf Niveau 9. Klasse, ohne Lösungen, im Multiple-Choice-Format.“
„Kürze den Teil des Textes, der … und … und …“ — Schachtelsatz, in dem die Anweisung verschwindet.
„Kürze den Abschnitt ‚Anwendungen im Alltag‘ auf rund 200 Wörter. Erhalte die Beispiele, streiche die Details zu Risiken.“
„Schreibe einen informierenden Absatz über Waldtiere, ohne Nebensätze, ca. 120 Wörter.“ · „Formuliere einen sachlichen Titel für einen Informationstext zu KI in der Schule, maximal acht Wörter.“
Wen lässt du sprechen?
Feedback
„Du bist meine Betreuerin. Prüfe die Gliederung meiner Seminararbeit auf Logik und gib drei Verbesserungsvorschläge mit Beispielen.“
Erklären
„Erkläre Mitose und Meiose in einfacher Sprache, mit zwei Alltagsanalogien und fünf Übungsfragen.“
Abfragen
„Stelle mir drei Prüfungsfragen zu linearen Funktionen, steigend schwer, und bewerte meine Antworten anhand einer Rubrik.“
Historische Figur
„Antworte als Virginia Woolf zum Thema Feminismus, in ihrem Stil und aus ihrer Perspektive.“ — Achtung: Das ist eine Simulation, keine Quelle.
Lernpartner
Du bist mein Tutor in Mathematik (Klasse 9), Thema: lineare Gleichungen.
Stil: locker, klar. Verhalten: erklärend und prüfend.
Aufgabe: Erkläre das Lösen mit Äquivalenzumformungen und gib 6 Aufgaben
in 3 Schwierigkeitsstufen.
Vorgaben: Zeige je Aufgabe einen Lösungsschritt, aber nicht die Endlösung.
Prüfe danach mein Verständnis mit 3 Kontrollfragen.Du bist Korrektor:in für meinen deutschen Sachtext (9. Klasse).
Aufgabe: Markiere Rechtschreib- und Kommafehler, schlage präzise Alternativen
vor und gib am Ende 3 Stil-Tipps.
Vorgaben: Nutze eine Tabelle mit den Spalten Fehler | Vorschlag | Regelhinweis.Du bist Karriere-Coach. Analysiere mein Anschreiben (max. 250 Wörter).
Gib 5 konkrete Verbesserungen mit Begründung und formuliere eine
starke Eröffnungszeile.
Format: Liste nach dem Muster „Problem → Vorschlag → Warum“.Du bist Sprach-Tandempartner:in (Spanisch, A1). Thema: Café bestellen.
Dialog: 8 Wechsel. Korrigiere meine Sätze direkt (falsch → richtig)
und erkläre die Regel in maximal 8 Wörtern.Wenn die Standardfrage nicht reicht
STRATEGIE 01One-Shot
Ein einziges Beispiel liefern und das Muster nachbauen lassen. Wirkt besser als jede Formatbeschreibung in Prosa.
Schreibe Definitionen im Format „Begriff – kurze Erklärung (max. 12 Wörter)“.
Beispiel: Photosynthese – Pflanzen wandeln Lichtenergie in chemische Energie um.
Begriffe: Mitochondrien, Enzym, Osmose, Diffusion (4 Einträge).STRATEGIE 02Step-Back
Erst den Überblick erzeugen, dann fokussieren. Das ist die Strategie gegen „mein Thema ist zu groß“ — und die direkte Verbindung zur Recherche in Station 01.
1) Gib mir einen kurzen Überblick über die Französische Revolution (max. 120 Wörter).
2) Liste 5 Hauptursachen.
3) Erkläre den Einfluss auf Demokratiebewegungen in Europa in 5 Stichpunkten.
4) Mache 3 Vorschläge für eine Leitfrage für ein 8-Minuten-Referat.STRATEGIE 03Zeit zum Nachdenken
Schritte, Kriterien und Begründung ausdrücklich anfordern — und am Ende eine Selbstprüfung. Das macht Lücken sichtbar, statt sie glattzubügeln.
Aufgabe: Entscheide zwischen zwei Varianten.
Schritte: 1) Kriterien sammeln. 2) Pro und Contra beider Varianten.
3) Entscheidung mit Begründung.
Meta: Prüfe am Ende, ob wichtige Informationen fehlen,
und formuliere 2 Rückfragen an mich.Hat es funktioniert?
- Rollenverständnis: Stimmen Ton, Stil, Fachlichkeit?
- Sprachniveau: Passt das Vokabular zum Publikum?
- Interaktion: Wird auf Rückfragen wirklich reagiert?
- Anpassung: Verbessert sich das Ergebnis nach Feedback?
Vor dem Absenden
- Ziel und Publikum klar?
- Aufgabe präzise und überprüfbar?
- Kontext und Beispiele enthalten?
- Länge und Format definiert?
- Schachtelsätze und Doppelverneinungen raus?
- Rückfragen eingefordert?
Varianten anfordern
„Gib mir drei Versionen: kurz, mittel, lang“ oder „eine sachliche und eine emotionale Variante“. Vergleichen geht schneller als nachbessern — und du siehst, wo die Spielräume liegen.
Die Maschine
liefert Text
nicht Haftung
Informationskompetent mit KI arbeiten heißt: wissen, wofür sie taugt, wann sie schweigen sollte, und wer am Ende unterschreibt. Das ist keine Technikfrage, sondern eine Frage der Arbeitsorganisation.
verantwortlich
Problem & Kontext
Was ist das konkrete Ziel? Welche Rahmenbedingungen gelten — Zeit, Daten, Zielgruppe? Ohne klare Frage keine brauchbare Antwort.
Modell & Daten
Welches Werkzeug passt? Darf ich diese Daten überhaupt eingeben? Brauche ich Aktualität, Kreativität oder Analyse — das sind drei verschiedene Aufgaben.
Prüfen & belegen
Ergebnisse gegenprüfen, Quellen dokumentieren, Verzerrungen mitdenken. Bei sensiblen Inhalten ist das keine Kür.
Sechs Schritte
SCHRITT 01Briefing
Ein Briefing ist eine Aufgabenbeschreibung wie für einen Menschen: Ziel, Zielgruppe, Stil und Umfang, Beispiele, Rolle, Format.
„Schreib mir was über KI.“
„Verfasse einen 500-Wörter-Blogartikel über Chancen von KI im Marketing, für Manager:innen ohne technisches Vorwissen. Stil: praxisnah, motivierend, drei Beispiele. Rolle: beratende Expertin. Format: Artikel mit Zwischenüberschriften.“
Kurzformel: Ziel + Kontext + Stil + Format.
SCHRITT 02Prompting
Der Prompt bestimmt die Qualität der Antwort. Je präziser, strukturierter und kontextreicher, desto brauchbarer das Ergebnis.
- Klar und konkret: nicht „Erklär mir KI“, sondern „Erkläre in drei Sätzen für eine 10. Klasse, was KI ist“.
- Rolle vorgeben: „Du bist Lehrer für Informatik …“, „Antworte mit Fokus auf Datenschutz“.
- Format angeben: Liste, Tabelle, FAQ, Schritt-für-Schritt.
- Grenzen setzen: „max. 150 Wörter“, „in einem Satz“.
- Beispiele einbauen: „Formuliere so, dass es für LinkedIn passt“.
Ausführlich mit Vorlagen:
SCHRITT 03Iterieren
Der erste Entwurf ist Material, kein Ergebnis. Im Ping-Pong verbessern: kurzes Signal, sofortige Anpassung.
- Feedback geben: „zu formell“, „mehr Storytelling“, „lockerer“.
- Stellen benennen: „Mach den Einstieg spannender“, „Absatz 2 als Frage“.
- Versionen vergleichen: „drei Versionen: kurz, mittel, lang“.
- Parameter steuern: Ton, Länge, Medium, 30-Sekunden-Fassung.
Kurze Signale reichen: kürzer · präziser · sachlicher · für LinkedIn.
SCHRITT 04Faktencheck
KI erzeugt schnell Text — nicht automatisch richtigen. Belege, Zahlen und Quellen gehören geprüft, und zwar außerhalb des Chatfensters.
- „Hast du eine Quelle dazu?“ — und die Quelle dann selbst aufrufen.
- Titel im Katalog und in einer Suchmaschine gegenprüfen, nicht im Chat nachfragen.
- Nach der Primärquelle fragen statt nach einer weiteren Zusammenfassung.
- Was nicht belegbar ist, fliegt raus — auch wenn es gut klingt.
Halluzinationen erkennen: fehlende oder unplausible Belege, auffällig glatte Formulierungen, inkonsistente Details.
SCHRITT 05Compliance
- Datenschutz: keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten in Prompts.
- Urheberrecht: Texte, Bilder und Code können geschützt sein — auch das, was hineingeht.
- Fairness: Ergebnisse dürfen keine Vorurteile verstärken; das prüft niemand automatisch.
- Hausregeln: gibt es interne Vorgaben zur KI-Nutzung? Vorher lesen, nicht nachher.
Formulierungen, die helfen: „Vermeide personenbezogene Daten.“ · „Nur Fakten, die in öffentlichen Quellen bestätigt sind.“ · „Erstelle eine Version ohne vertrauliche Angaben.“
SCHRITT 06Transparenz
- Offenlegen: sagen, wenn ein Text oder Bild mit KI entstanden ist.
- Kontext geben: klar machen, welche Teile von Menschen stammen.
- Nachvollziehbarkeit: dokumentieren, wie das Ergebnis zustande kam.
- Verantwortung: die bleibt bei dir — die KI übernimmt nichts.
Transparenz kostet zwei Sätze und schafft die Grundlage, auf der andere deine Arbeit prüfen können.
Chancen, Risiken, Rahmen
Produktivität & Zugang
Recherche, Entwurf und Übersetzung werden schneller und barriereärmer. Am stärksten bei Ideenfindung und Erstfassungen.
Halluzination & Verzerrung
Inhalte können plausibel und trotzdem falsch oder einseitig sein. Gegenmittel: Quellenpflicht, Gegenlesen, verschiedene Perspektiven.
Recht & Verantwortung
Urheberrecht, Datenschutz, Lizenzen, Hausregeln. Die Verantwortung bleibt in jedem Fall beim Menschen.
FAQDarf ich KI-Texte einfach verwenden?
Das hängt von Kontext und Richtlinien ab. Quellen dokumentieren, Rechte prüfen, den KI-Einsatz transparent machen und sensible Daten von vornherein draußen lassen.
FAQWie erkenne ich Halluzinationen?
An fehlenden oder unplausiblen Belegen, an zu glatten Formulierungen und an Details, die untereinander nicht zusammenpassen. Immer gegenchecken — außerhalb des Chats.
FAQWelche Daten gehören nicht hinein?
Personenbezogene, vertrauliche und geschützte Informationen — außer es ist vertraglich und technisch sauber geregelt.
Fünf Haken
- Ziel, Kontext und Grenzen definiert?
- Prompt mit Beispielen und Kriterien versehen?
- Quellen vorhanden — und selbst geöffnet?
- Rechte und Datenschutz eingehalten?
- KI-Einsatz transparent gemacht?
Grundlage: eigenes Material „Informationskompetent in die KI“ (Stand September 2025), hier überarbeitet und in das Verfahren dieser Plattform eingebaut.