Mein Beruf hat den Namen behalten und die Arbeit ausgetauscht. Ich kaufe nicht Bücher — ich baue Auffindbarkeit. Ich betreue keinen Bestand — ich verantworte, was ein Mensch findet, wenn er nur eine einzige Frage frei hat. Diese Seite ist ein Werkstattblatt: sieben Sätze, eine Bilanz, sechs Spiele.
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Links steht, wofür man uns ausgebildet hat. Rechts steht, wofür man uns morgen bezahlt. Der Beruf verschwindet nicht — er wird überschrieben, und wir dürfen mitschreiben.
Die unbequeme Pointe: Keine dieser Verschiebungen braucht eine neue Stellenbeschreibung. Sie brauchen Leute, die anfangen, bevor die Stellenbeschreibung kommt.
Alle spielbar in einer Teamsitzung. Kein Material außer diesem Blatt, einer Uhr und der Bereitschaft, sich kurz zu blamieren. Wer gewinnt, ist egal — es geht darum, wer nachher anders redet.
Der Automat würfelt eine Stellenanzeige aus drei Fetzen zusammen. Die Runde entscheidet gemeinsam und schnell: Blödsinn, gibt's längst oder in fünf Jahren Standard. Wer „Blödsinn" sagt, muss begründen, warum es das nie geben wird. Wer „gibt's längst" sagt, muss sagen, wer es macht — und zwar mit Namen.
Zweck: Die Runde merkt binnen zehn Minuten, wie viel vom „Zukunftsberuf" schon in ihren eigenen Kalendern steht.
Erkläre drei Minuten lang deine Arbeit — einer Person, die neben dir im Strandbad liegt. Verboten ist die ganze Zunftsprache unten. Sagt jemand ein verbotenes Wort, tippt die Runde es an. Drei Treffer = Strafrunde: von vorn, aber mit einem konkreten Menschen als Beispiel statt mit einem Verfahren.
Zweck: Wer seinen Beruf nicht in Alltagssprache erklären kann, kann ihn auch nicht verteidigen — weder vor der Politik noch vor der 16-Jährigen an der Theke.
Ein Buch steht vor Gericht. Vier Rollen werden gezogen, jede hat 90 Sekunden Plädoyer, dann wird abgestimmt. Nur eine Regel: Niemand darf „aus Prinzip" sagen. Wer es sagt, verliert das Rederecht für diesen Fall.
Zweck: Aussonderung ist eine fachliche Entscheidung mit Argumenten — kein Gefühl und keine Grausamkeit.
Unten liegen fünf Titel so im Regal, wie ein Mensch sie sieht. Aufgabe: Formuliere eine einzige Suchanfrage, mit der eine Schülerin genau den dritten Titel findet, ohne den Titel zu kennen. Dann drück auf Röntgen — jetzt siehst du, was das System tatsächlich weiß. Wette vorher, wie viele der fünf Titel überhaupt gefunden werden können.
Zweck: Der Unterschied zwischen „ist da" und „ist auffindbar" wird körperlich spürbar. Genau dieser Unterschied ist unsere Existenzberechtigung.
Deine Stelle wurde heute gestrichen. Schreib den Nachruf: Was ist mit ihr verloren gegangen — für konkrete Menschen, nicht für die Institution? Sieben Minuten, dann liest jede Person einen einzigen Satz daraus vor. Danach die eigentliche Frage: Was davon tust du diese Woche tatsächlich?
Zweck: Der schnellste Weg zum eigenen Jobverständnis führt über die eigene Beerdigung.
Eine echte Frage von der Theke, mitgeschrieben, ungeschönt. Team A beantwortet sie nur mit den eigenen Systemen. Team B nur mit einem frei zugänglichen KI-Werkzeug. Zehn Minuten, dann legen beide vor. Bewertet wird nicht, wer schneller war, sondern nach drei Fragen:
1. Welche Antwort hält einer Nachfrage stand?
2. Welche Quellen existieren wirklich?
3. Was hat Team B gefunden, das unsere Systeme hätten liefern müssen?
Zweck: Frage 3 ist der ganze Sinn des Spiels. Sie liefert die Mängelliste für unsere eigene Erschließung — und die schreibt am Ende die Stellenbeschreibung von morgen.
Variante für Fortgeschrittene: Team A darf nur Schlagwörter benutzen, Team B nur natürliche Sprache. Wer verliert, erklärt der Runde, warum er verloren hat — ohne das System zu beschuldigen.
Dieses Blatt beschreibt keinen Sollzustand und keine Strategie. Es beschreibt, was ich tue, wenn niemand zusieht — und was ich für den Beruf hoffe, wenn alle zusehen.
Kopieren erlaubt. Verändern erwünscht. Verbessern erwartet.